aus Süddeutsche.de, 29. 6. 2012, 12:55
Ansturm auf Beratungsstelle für Ex-DDR-Heimkinder
Bereits vor der Eröffnung der regionalen Beratungsstelle für ehemalige Heimkinder in der DDR an diesem Freitag in Potsdam hat die Einrichtung einen Ansturm Betroffener erlebt. 350 Menschen hätten sich dem Sprecher der Aufarbeitungsbeauftragten des Landes zufolge bereits gemeldet. Die Beratungsstelle soll Ex-Heimkindern bei der Suche nach Akten helfen sowie mögliche Zahlungen aus dem Fonds für Heimerziehung unterstützen.
Grundlage für den mit 40 Millionen Euro ausgestatteten Fonds ist
eine Vereinbarung zwischen dem Bundesfamilienministerium und den
Ost-Ländern. Die Beratungsstelle soll befristet bis 2017 arbeiten und
wird vom Land mit 644.000 Euro finanziert. Viele Kinder und Jugendliche
hatten in DDR-Heimen erhebliches Leid und Unrecht erfahren. Bei der
Beratung gilt das Wohnortprinzip: Jedes ehemalige DDR-Heimkind, das
heute in Brandenburg lebt, kann sich in Potsdam melden.
Auf dem Gebiet des heutigen Landes Brandenburg lebten laut Sprecher
zwischen 1949 und 1990 rund 75 000 Kinder in Heimen, davon 20 000 in
Spezialheimen. Das Geld aus dem Fonds solle Menschen helfen, Therapien
zu bezahlen, die von den Krankenkassen nicht übernommen werden. Dazu
müsse nachgewiesen werden, dass die Krankheit durch einen Heimaufenthalt
verursacht wurde. Dauerhafte Zahlungen, wie etwa eine Rente, gebe es
nicht. Nur wer im Alter zwischen 14 und 18 Jahren arbeiten musste, ohne
dafür Rentenansprüche zu haben, könne eine Einmalzahlung beantragen.

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen